rente
Handstreichartig hat die Kammerversammlung im März 2003 die zu erwartenden Rentenzahlungen gekürzt. Dabei wurden die junge Generationen unter der Ärzteschaft überproportional stark betroffen. Es kam hierbei fast unbemerkt zu einer Kürzung der Anwartschaften von bis zu 25 Prozent, während die Rentenansprüche der älteren Generation quasi unberührt blieben.
Hintergrund ist, so die Erklärung, dass sich nun eine Versorgungslücke von 1,5 Milliarden Euro allein für die Nordrheinische Ärzteversorgung aufgetan habe. Jedermann erinnere sich, dass von verantwortlicher Seite immer wieder die Sicherheit der Renten im ärztlichen Versorgungswerk hervorgehoben wurde.
Imposante Neubauten berufsständischer Institutionen aus Glas und Stahl haben den Eindruck prallvoller Kassen vermittelt. Zu Unrecht, wie sich nun zeigte. Ein derartiger Fehlbetrag in der Kalkulation ist unseres Erachtens kaum erklärbar, geschweige denn entschuldbar. Wir sehen uns als Ärzte zu Recht besorgt, da bei Vorliegen einer Versorgungslücke solchen Ausmaßes der Eindruck groben Missmanagements entstanden ist.
Wir stellten den Sachverhalt klar und boten ein Alternativmodell in Anlehnung an das Rentenmodell der Aachener Gruppierung GenGerAe an. Dieses wurden unseres Erachtens nicht ausreichend gewürdigt, obwohl es versicherungsmathematischen Prüfungen standgehalten hatte.
Wir setzen uns erneut für eine Änderung des Rentenmodells ein, weil nicht zu akzeptieren ist, dass unsere Generation in diesem Maße zur Finanzierung der Rentenlast herangezogen wird. Die sogenannten "goldenen Zeiten" sind nun längst vorbei. Die Gewinner aus jenen Jahren können sich jetzt nicht überproportional an unsicheren Rententöpfen bedienen. Die Mittel, um zusätzlich private Altersvorsorge zu schaffen, stehen dem Gros der jungen Ärztegeneration heute und wohl auch in Zukunft kaum mehr zur Verfügung.
Der Begriff der Generationengerechtigkeit darf nicht zu einem weiteren leeren Schlagwort der etablierten standespolitischen Strukturen werden, die "a" versprechen und nach "b" handeln. Mehr noch - eben diese etablierten Strukturen bilden aktuell einen rigiden Schutzwall um die verantwortlichen Köpfe externer Berater. Dieses erschwert eine Aufarbeitung erheblich; Abschottung erzeugt neues Misstrauen. Anstatt den arbeitenden Generationen die Kosten aufzubürden, ist die Revision der Rentenbeschlüsse zu fordern.
Es hat sich wieder gezeigt, dass die Interessen der nachrückenden Generationen noch immer gänzlich unterrepräsentiert sind. Für die liste-junge-aerzte.de stehen Renten- und Generationengerechtigkeit mit an erster Stelle. Zahlen- und stimmenmäßig wachsen wir stetig. Berufspolitisch geben wir heute wesentliche Impulse, ohne die sich nichts bewegen würde. In Zukunft wollen und werden wir nicht nur Impulsgeber sein, sondern kompetente Entscheider im Sinne von Fairness und Generationen-gerechtigkeit.
